THEMENRÄUME
AUSSTELLUNG

PROLOG

PROLOG

In einem Bergwerksstollen werden die Entstehung des Goldes, dessen Vorkommen in Gestein und Gewässer und die Abbaumethoden anschaulich dargestellt. Das edle Metall tritt als kostbarer Rohstoff hervor. In Form eines schweren Barrens lässt es sich anfassen und anheben.

4,6 Milliarden Jahre alte Meteoriten aus dem All und ein fast 4 Kilogramm schweres Goldnugget aus Westaustralien bilden die Glanzlichter.

Gold entstand durch Ereignisse von wahrhaft kosmischen Ausmaßen. Meteoriteneinschläge brachten es auf die Erde, wo es seit mehr als 6000 Jahren abgebaut wird. Da es sich in der Natur als nahezu unzerstörbar erweist, ist bis auf geringe Verluste das gesamte, jemals geschürfte Gold noch immer vorhanden. Aufgrund seiner Wertbeständigkeit immer wieder recycelt, begleitet es den Menschen als Schmuck oder Industrieprodukt, verbaut etwa im Smartphone oder Laptop.

In der Prolog-Sektion hält die Goldkammer viel Erstaunliches und Wissenswertes über die Entstehung, Gewinnung und den Abbau von Gold bereit. 

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Frühe Kulturen

Frühe Kulturen

Der in drei Abschnitte gegliederte Museumsbereich erzählt die Geschichte der ersten Goldschmiede und zeigt mit einem bronzezeitlichen Hortfund das Schaffen eines wahren Meisters seines Faches. Ausgewählte Prunkstücke früher Völker enthüllen die Bedeutung von Gold als Medium von Magie und Macht.

Beeindruckend in ihrer zeitlos ästhetischen Form erinnern Ringidole an die ersten Metallurgen der Menschheit.

Im frühen, fünften Jahrtausend v. Chr. beginnen die Menschen Gold zu bearbeiten und schmieden dabei unbeabsichtigt ein neues, hierarchisches Gesellschaftssystem: die Grundstruktur der ersten Zivilisation. Die Weiterentwicklung der Goldschmiedekunst lässt sich an einem mitteleuropäischen Hortfund der Bronzezeit bewundern. Dessen Glanzstück bildet ein kunstvoll verzierter, massiver Armreif, der aus einem viertel Kilogramm reinem Flussgold gehämmert ist. Im Zentrum des Bereichs geben repräsentative Artefakte der Skythen, Thraker und Achämeniden Einblick in die Kunst der Goldverarbeitung während des ersten Jahrtausends v. Chr. Der Schwerpunkt liegt auf der reichen Symbolik ihrer charakteristischen Tierdarstellungen. In Gold gebannt sollen Hirsch, Greif, Schlange, Löwe und Stier die göttliche Macht ihrer Besitzer verdeutlichen und diesen besondere Fähigkeiten verleihen.

Gold verliert nie seinen Glanz. Es scheint unzerstörbar. Lange Zeit haben die Menschen hierfür nur eine Erklärung: Zauberkräfte.  

Frühe Kulturen
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Goldstück Geldstück

Goldstück Geldstück

„Goldstück – Geldstück“ versammelt herausragende Meilensteine einer Entwicklung, die unsere Welt bis heute bestimmt. Schritt um Schritt lässt sich der Weg des Goldes vom vielgestaltigen, prämonetären Zahlungsmittel bis zur geprägten Münze verfolgen.

Die vieldeutigen Worte, die auf die erste, beschriftete Münze der Welt geprägt wurden, sind noch nicht ganz entschlüsselt. Doch sicher ist: Sie garantieren die Echtheit und den Wert und machen aus einem Stück Edelmetall kaufkräftiges Geld.

Allseits begehrt, avanciert Gold früh zum Zahlungsmittel. Der Aufwand, unterschiedlichste Goldobjekte bei jedem Handel stets neu wiegen zu müssen, führt schließlich zu einer Normierung, mit der sich das Goldstück zum Geldstück wandelt. Im 6. Jahrhundert v. Chr. entwickelt König Krösus ein ausgeklügeltes Währungssystem, das Silber- und Goldmünzen populär macht. Niemand kann in der antiken Welt Handel treiben, ohne den geprägten Münzen des lydischen Königs zu begegnen – ein Umstand, auf den sich die Legende von Krösus’ unermesslichen Reichtum gründet. Auch berühmte Kaiser wie Alexander und Konstantin der Große verändern mit ihren geprägten Münzen den Lauf der Geschichte. Im Wort „Soldat“ klingt heute noch der Name einer Goldmünze – des Solidus – an.

Mut und Unternehmergeist verwandeln das begehrte Tauschobjekt Gold während der Antike in eine geprägte Münze.

Goldstück Geldstück
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Antike Welten

Antike Welten

Während der Antike glänzt Gold als Wirtschaftsfaktor und Statussymbol. Wohlhabende und Einflussreiche demonstrieren mit goldenen Prestigeobjekten ihre soziale Stellung. In goldenen Bildnissen verkörpert sich die Machtfülle von Göttern und Kaisern.

Konstantin der Große lässt alles, was an seinen besiegten Gegner Licinius I. erinnert, vernichten. Umso kostbarer ist die einzig erhaltene Goldbüste des Herrschers.

Gold nimmt im Prestigedenken und Luxusstreben der Antike einen zentralen Platz ein. Dabei geht es nicht nur um die Vermehrung von Macht und Vermögen, sondern auch um die Anerkennung der Mitmenschen, die man sich buchstäblich verdienen muss. Wer als ehrwürdiger Bürger geachtet werden will, sollte über eine angemessene Menge an Besitz verfügen. Charakteristisch für die geänderte Wertigkeit ist die antike Mode, Goldmünzen in Schmuckstücke zu fassen und als Ehrenzeichen zu verleihen. Mehrfach eingeschmolzen nimmt Gold die Form eines siegreich erhobenen Trinkbechers an und fließt bei der nächsten, verlorenen Schlacht wieder in die Kriegskasse des Gegners. Römische und griechische Mythen kreisen um das edle Metall und auch die antiken Götter gewähren ihre Gunst bevorzugt gegen kostbare Geschenke.

Das wertvolle Münzmetall erlangt die Macht, die antike Weltpolitik zu lenken. Jeder, der Rang und Namen haben will, strebt nach Gold.

Antike Welten
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Eldorado

Eldorado

Die präkolumbischen Völker schreiben dem sonnengleich glänzenden Gold wesensverändernde Kräfte zu. Mystische Tieramulette und Utensilien für schamanistische Geistreisen säumen den Pfad durch das legendäre Goldland „Eldorado“.

Weithin leuchtend verwandelt die Goldmaske aus Kolumbien ihren Träger in eine göttliche Lichtgestalt.

In den Strahlen der Sonne, so glauben die Völker Altamerikas, laden sich glänzende Goldobjekte mit göttlichen Energien auf. Wer sich mit Gold schmückt, besitzt weltliche und spirituelle Macht. Goldartefakte schützen den Verstorbenen. Sie gewährleisten den Erfolg wichtiger Rituale. Bei einer dieser Zeremonien opfert der mit Goldstaub bedeckte Thronfolger, Eldorado, den Göttern ein Floß voller Schätze. Eldorado wird zur Legende, zum mythischen Goldland, nach dem die Europäer suchen.


Glänzend goldene Schmuck- und Kultobjekte verleihen der Bevölkerung Altamerikas besondere Kräfte und sichern ihnen die Unterstützung der Geisterwelt.

Eldorado
Plan Eldorado

Gold aus den Meeren

Gold aus den Meeren

Manche Schiffe werden als Wracks zur Legende. Die Dramatik ihres Untergangs, das Mysterium jahrhundertelanger Verborgenheit und das Wagnis abenteuerlicher Suche und Bergung umgeben die gezeigten Artefakte mit einer Aura, die unvergesslich bleibt.

Sechzehn Jahre lang sucht der Taucher Mel Fisher nach der gesunkenen Atocha. Als er das Wrack schließlich aufspürt, stößt er auf unvorstellbare Schätze.

Die Hoffnung auf Reichtum und Erfolg beflügelt bereits 1492 die Kühnheit von Christoph Kolumbus. Um einen Seeweg zu den lukrativen Märkten Asiens zu finden, wagt sich der Seefahrer aufs offene Meer hinaus. Er entdeckt eine neue Welt voller Gold und Silber und nimmt sie für Spanien in Besitz. Der unaufhörliche Zustrom amerikanischen Edelmetalls verändert Europa, denn er fließt direkt in die Kriege der Epoche. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert regieren Spaniens Könige ein Weltreich, das an vielen Fronten bedroht ist. Doch die ständigen Kämpfe, eklatante Misswirtschaft und Verschwendung fordern ihren Preis. Spanien wird abhängig von den Reichtümern an Bord der Silberflotten. Oft werden die Schiffe so dringend erwartet, dass alle Warnungen buchstäblich in den Wind geschrieben werden. Zahlreiche Schiffe sinken im Sturm. Ihre kostbare Fracht liegt Jahrhunderte auf dem Meeresgrund, ehe es wagemutigen Tauchern gelingt, sie zu bergen.

In einer fulminanten Inszenierung aus Glas und Licht erscheinen die Schätze berühmter Schiffwracks als lägen sie noch immer unter Wasser.

Gold aus den Meeren
Plan Gold aus den Meeren

Sammlung Rothschild

Sammlung Rothschild

Die Barren der Sammlung Rothschild präsentieren sich in überraschenden Formen und Größen.

300 moderne Standardbarren unterschiedlichster Form – das Herzstück der berühmten Sammlung Rothschild – runden den Erlebnisweg durch die Goldkammer ab. Die spektakuläre Präsentation zeigt die ungebrochene Bedeutung des Goldes als Investitionsgut, Sammelobjekt und Wertanlage.

Die wabenförmige Oberfläche des thailändischen Honeycomb Bar erlaubt es, in das Innere des Barrens zu blicken und zu prüfen, ob dieser vollständig aus Gold besteht.

Seit der Abschaffung des Goldstandards 1971 hat das Bankhaus N.M. Rothschild & Sons die weltweit größte Sammlung moderner Goldbarren zusammengetragen: 1084 Standardbarren aus 35 Ländern führen auf aufsehenerregende Weise vor Augen, welche wichtige Rolle Gold für den Welthandel und Sammler spielt. Der große Formenreichtum der Barren gewährt dabei ein ungewöhnliches Schauerlebnis.

Sammlung Rothschild
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